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WE ARE YOUR FRIENDS – Rechtsanwälte Waldorf Frommer mahnen ab – 815 EUR

WE ARE YOUR FRIENDS – Rechtsanwälte Waldorf Frommer mahnen ab – 815 EUR

Die Rechtsanwälte Waldorf Frommer versenden für die Studiocanal GmbH Abmahnungen wegen urheberrechtswidrigem Filesharing des Filmwerks „We Are Your Friends“ in Tauschbörsen. Sie fordern die Abgabe einer lebenslang gültigen Unterlassungserklärung. Des Weiteren machen die Waldorf Frommer Rechtsanwälte einen Schadensersatz in Höhe von 600,00 EUR sowie einen Aufwendungsersatz (Rechtsanwaltskosten) in Höhe von 215,00 EUR geltend.

„We Are Your Friends“ ist ein Musik-Film von Regisseur Max Joseph. Der Film basiert auf einer Geschichte von Richard Silverman und handelt von dem 23-jährigen DJ Cole, der davon träumt, als Electro-DJ die Musikwelt zu erobern. In den Hauptrollen brillieren Zac Efron, Wes Bentley und Emily Ratajkowski. Der Kinostart in den USA war am 28. August 2015. In Deutschland ist der Film bereits seit 27. August zu sehen.

Die Studiocanal GmbH ist Inhaberin ausschließlicher Nutzungs- und Verwertungsrechte an dem Filmwerk „We Are Your Friends“. Dies bedeutet, sie hat das ausschließliche Recht, diesen Film im deutschsprachigen Raum zu verbreiten. Dem betroffenen Anschlussinhaber wird vorgeworfen, er habe den Film „We Are Your Friends“ innerhalb einer sog. Tauschbörse zum Download angeboten. Das Angebot eines urheberrechtlich geschützten Werkes zum Download ist als illegale öffentliche Zugänglichmachung nach § 19 a UrhG rechtswidrig. Wie bereits oben ausgeführt, ist das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung ausschließlich der Studiocanal GmbH gemäß § 19a UrhG vorenthalten.

Unterlassungserklärung sowie Schadensersatz für „We Are Your Friends”

Wie immer gelten auch bei Erhalt dieser Abmahnung der Waldorf Frommer Rechtsanwälte folgende Regeln: Unterzeichnen Sie die vorformulierte Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung auf keinen Fall. Sofern Sie den Rechtsverstoß nicht selber begangen haben und auch keinen Einfluss darauf hatten, dass es zu dieser Urheberrechtsverletzung gekommen ist, müssen Sie den o.g. Betrag in Höhe von 815,00 EUR nicht zahlen. Die Abgabe einer Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Prüfen Sie, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe die geltend gemachten Ansprüche bestehen, insbesondere wenn Sie zwar Anschlussinhaber sind, die Urheberrechtsverletzung aber nicht vorgenommen haben.

In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, dass Sie zwischen der Täterhaftung (die Haftung des Handelnden) und der Störerhaftung (die Haftung dessen, der die urheberrechtsverletzende Handlung eines Dritten ermöglicht hat) unterscheiden.

Als sog. Störer schulden Sie keinen Schadensersatz, sondern nur Unterlassung. Daraus folgt, dass Sie als Störer den geforderten Schadensersatz in Höhe von 600,00 EUR nicht leisten müssen. Sie können allerdings auf Erstattung der vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten in Anspruch genommen werden. Die vorgerichtlichen Kosten sind aber gemäß § 97a Abs. 3 UrhG auf einen Gegenstandswert in Höhe von 1000 EUR beschränkt, so dass nicht mehr Rechtsanwaltskosten als 124,00 EUR gefordert werden können.

Des Weiteren können Sie eine sog. modifizierte Unterlassungserklärung abgeben und die Folgen der Unterlassungsverpflichtung abmildern.

Eine Unterlassungserklärung stellt kein Schuldeingeständnis dar, sie verspricht lediglich in Zukunft die Urheberrechtsverletzung zu unterlassen. Sie stellt allerdings eine Willenserklärung dar. Diese Willenserklärung ist auf den Abschluss eines Unterlassungsvertrages mit der Studiocanal GmbH gerichtet. Der entstandene Vertrag gilt als Dauerschuldverhältnis. Dies bedeutet, dass die Verjährungsvorschriften der §§ 194 ff. BGB hier keine Anwendung finden. Daraus folgt, dass die abgegebene Unterlassungserklärung Sie für die Dauer Ihres gesamten Lebens bindet, vgl. BGH, Urteil vom 06.07.2012, Az. V ZR 122/11.

BGH-Rechtsprechung und Reaktionsmöglichkeiten

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der Anschlussinhaber nicht für volljährige Familientmitglieder haftet, die ohne seine Kenntnis Urheberrechtsverletzungen begehen. In diesen Fallkonstellationen haftet der Familienmitglied selbst, vgl BGH, Urteil vom 08.01.2014, Az. I ZR 169/12, BearShare.

Sofern ihre minderjährigen Kinder den Rechtsverstoß begangen haben, hängt Ihre Haftung davon ab, ob Sie Ihre Kinder über die verbotene Teilnahme an Tauschbörsen im Internet entsprechend aufgeklärt haben und zu keiner Zeit davon ausgehen konnten, dass ihre Kinder sich nicht an dieses Verbot halten, vgl. BGH, Urteil vom 15.11.2012, Az. I ZR 74/14, Morpheus. Im Morpheus-Fall sah der Bundesgerichtshof bereits einen normal entwickelten 13-jährigen als ausreichend einsichtsfähig.

Wir empfehlen Ihnen, eingehend zu prüfen, ob die abgemahnte Urheberrechtsverletzung tatsächlich über Ihren Internetanschluss begangen worden ist. Des Weiteren empfehlen wir Ihnen, in dieser Angelegenheit einen fachkundigen Rechtsanwalt zu beauftragen. Eine individuelle und einzelfallbezogene Verteidigung gegen Waldorf Frommer Abmahnungen ist enorm wichtig (insbesondere unter Berücksichtigung der drei aktuellen BGH-Entscheidungen – Tauschbörse I, Tauschbörse II und Tauschbörse III).

Wir sind seit einiger Zeit dazu übergegangen, immer mal wieder von unserer Kanzlei erstrittene Urteile mit Filesharing im Volltext online zu stellen, damit Sie sich entsprechend informieren können. Schauen Sie auf unserer Internetseite vorbei oder sprechen Sie uns an.

Des Weiteren haben wir auf unserer Internetseite einen Überblick über die Reaktionsmöglichkeiten auf Waldorf Frommer Abmahnungen zusammengestellt. Hier finden Sie erste Orientierungshilfen.

Darüber hinaus bieten wir eine kostenlose Ersteinschätzung unter 030 / 323 015 90 zu Ihrer Waldorf Frommer Abmahnung an.

Sofern auch Sie von einer Abmahnung der Rechtsanwälte Waldorf Frommer für den Film “We Are Your Friends” betroffen sind, setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

Wir würden uns freuen, Sie in dieser Angelegenheit zu unterstützen.

Rechtsanwalt Florian Sievers, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Autor: Rechtsanwalt Florian Sievers, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht


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