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Keine Kündigung wegen 80 cent

Das Arbeitsgericht Reutlingen hat die Kündigung eines Sachbearbeiters, der für seine Freundin in der Kantine eine Essensmarke im Wert von 80 Cent eingelöst hatte, für unwirksam erklärt. Der Mann arbeitet bei einem Sportartikelhersteller als Einkäufer. Dort ist es üblich, dass jeder Arbeitnehmer pro Monat 15 Essensmarken erhält, die 80 Cent wert sind und in der Kantine eingelöst werden können. Im November nahm der Mann seine Freundin mit in die Kantine. Von einem Kollegen hatte er eine Marke bekommen, die er für das Essen seiner Lebensgefährtin einlöste. Dies war aber nicht erlaubt, weil die Bons nicht übertragbar sind. Die Firma kündigte daraufhin fristlos mit der Begründung, dass ein erheblicher Vertrags- und Vertrauensverstoß vorliege, der es ihr unzumutbar mache, das Arbeitsverhältnis fortzuführen. Das Gericht erklärte die Kündigung für unwirksam. Zwar habe der Kläger bewusst gegen das Verbot verstoßen, Essensmarken anderen Personen zu übertragen, um sich einen ihm nicht zustehenden Vermögensvorteil zu verschaffen. Er habe jedoch nicht planmäßig mit der Absicht gehandelt, das Vermögen des Arbeitgebers zu schädigen. Das Gericht sah daher trotz der erheblichen Pflichtverletzung des Klägers den Ausspruch einer Kündigung ohne vorherige Abmahnungals unwirksam an.

Arbeitsgericht Reutlingen, Urteil vom

11.05.2010 – 2 Ca 601/09

Rechtsanwalt Florian Sievers, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Autor: Rechtsanwalt Florian Sievers, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht


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